Problemlage

Die Märkte werden zunehmend unsicherer. Stark schwankende Nachfragen und steigende Variantenvielfalt, Preisdruck und höhere Qualitätsanforderungen, veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen und Engpässe bei Lieferanten stellen für produzierende Unternehmen erhebliche Herausforderungen dar. Die rasche und gezielte Veränderungsfähigkeit von Produktionssystemen, also die Wandlungsfähigkeit, wird neben Qualität und Zuverlässigkeit zum strategischen Erfolgsfaktor der deutschen Industrie.

Doch obwohl zahlreiche Teillösungen bekannt sind (prozessmodulare Anlagentechnik, flexible Arbeitszeitmodelle, skalierbare Fertigungssysteme), fehlt bisher ein ganzheitlicher Ansatz zur Gestaltung der Wandlungsfähigkeit: Eine Art Masterplan, der das Zusammenwirken der Gestaltungsfelder Technologie, Logistik, Organisation und Mitarbeiter ermöglicht und somit wandlungsförderliche Prozessarchitekturen schafft. Dabei bezieht der Anspruch Ganzheitlichkeit explizit die Gestaltung der Schnittstellen zwischen den Teilsystemen ein und fokussiert zudem weiche Faktoren, wie Widerstände von Mitarbeitern gegenüber Veränderungen.

So können die notwendigen Einzelmaßnahmen nur dann erfolgreich wirken, wenn Technologie, Logistik, Organisation und Mitarbeiter aufeinander abgestimmt und die dynamische Wechselwirkung zwischen den Teilsystemen bei Veränderung berücksichtigt werden. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Führungskräfte bzw. Mitarbeiter des Unternehmens. Denn Sie sind nicht nur Betroffene, sondern zugleich auch Gestalter. Signale für sich ändernde Rahmenbedingungen wahrnehmen und verantwortungsbewusst darauf reagieren, entsprechende Konzepte entwickeln und eigenverantwortlich umsetzen – diese und weitere Eigenschaften sind wichtige Bestandteile, um handlungskompetent Wandlungsfähigkeit im Unternehmen voranzutreiben.